ACHTSAME TAGE 1 bis 365

ACHTSAMER TAG 10/365 – Zwei Seelen

Ich habe zwei Seelen in mir. Die eine ist atheistisch, philosophisch veranlagt. Die andere ist genau das Gegenteil, glaubt an ein Gotteswesen. Vermeintlich wäre, dass diese beiden Seelen einander ausschließen. Nein, tun sie nicht. Die eine Seele ist die freiheitsliebende, die andere die schutzbedürftige. So empfinde ich es.

Und ich lasse beide Seelen so wie sie sind. Akzeptiere, dass hier zwei Gegensätze nebeneinander existieren, ohne zu werten. Mit ein bisschen Humor sehe ich das Ganze. So lässt es sich damit ganz gut leben.

 


ACHTSAMER TAG 9/365 – Langeweile


 

ACHTSAME TAGE 1 bis 365

ACHTSAMER TAG 9/365 – Langeweile

Langeweile ist ein böses Kraut – aber auch eine Würze, die viel verdaut.
(Goethe)

Langeweile als böses Kraut, in dessen Fängen ich grade sitze, so meine ich, sollte mich laut meinem schlauen Buch „Achtsamkeit für Dummies“ neugierig machen. Es heißt da auf Seite 179:

Interessieren Sie sich für Ihre Langeweile. Begegnen Sie Ihrer Langeweile mit Neugier…

An anderer Stelle auf derselben Seite heißt es:

Wenn Sie während der Meditation Langeweile empfinden, sind Sie nicht wirklich achtsam.

Huch! Das habe ich jetzt so nicht gebraucht. Ich dachte eigentlich, dass ich schon recht achtsam sei… so direkt wollte ich das eigentlich nicht wissen…

Nun gut, ich setze meine Neugier auf und frage:

Was ist eigentlich Langeweile?

Wikipedia beschreibt das so:

Langeweile, auch (österr.) Fadesse oder (franz.) Ennui …, ist das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird oder bei einer als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit aufkommen kann…

In diesem Artikel finde ich auch die Worte des rumänischen Philosophen Emil Cioran, der in einem Interview unter anderem folgendes sagte:

…Auf dem Gipfel der Langeweile erfährt man den Sinn des Nichts…

Das Zitat gefällt mir gut.

In meinem schlauen Buch steht auch, dass es sehr interessant sein kann, Langeweile zu beobachten. Wenn Langeweile hochkommt, werden Gedanken und Gefühle sichtbar, die mein Leben beherrschen können, ohne dass ich es bemerke. Derartige Gefühle oder Gedanken solle ich mir bewusst machen.

Da fällt mir ein, dass ich mich im Moment einfach nicht entscheiden kann, in welche Richtung ich meine Interessen ausbauen soll oder will. Ich lese sehr gerne und es hat sich schon ein beträchtlicher SuB aufgebaut.

Je mehr ich über meine Interessen nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass ich hier Entscheidungen treffen muss.

Oder vielleicht sollte ich mich einfach mal für EIN Buch entscheiden und nicht fünf nebeneinander lesen…

 

 

Quellen:

1 Shamash Alidina, Achtsamkeit für Dummies, 2011 (ISBN 9783527707126).

2 https://www.wiwo.de/erfolg/trends/psychologie-der-sinn-der-langeweile/9025334.html

3 https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/langeweile/8514

4 https://de.wikipedia.org/wiki/Langeweile

 


ACHTSAMER TAG 8/365 – Jetzt

ACHTSAMER TAG 10/365 – Zwei Seelen


 

 

ACHTSAME TAGE 1 bis 365

ACHTSAMER TAG 7/365 – Sitzmeditation

Habe soeben die meinem neuen Buch „Achtsamkeit für Dummies“ beigelegte CD angehört und versucht nach der Anleitung eine geführte Sitzmeditation zu machen. Zehn Minuten habe ich von der zwanzigminütigen Meditation geschafft. Das ist ok. Man wird auf der CD wiederholt darauf hingewiesen, dass alles was da ist ok ist. Wenn die Gedanken abwandern ist es wichtig, immer wieder ins Hier und Jetzt und mit der Aufmerksamkeit zum Atmen zurückzukehren.

Meine Gedanken wandern immer wieder ab, zu ihm. Ich versuche meine Gedanken an ihn einfach zuzulassen ohne Wertung. Ohne zu sagen dass es gut oder schlecht ist, dass ich an ihn denke. Wichtig ist, es darf sein, ich will wohlwollend auf meine Gedanken schauen. Das tut gut…

 


ACHTSAMER TAG 6/365 – Chamäleon

ACHTSAMER TAG 8/365 – Jetzt


 

ACHTSAME TAGE 1 bis 365

ACHTSAMER TAG 6/365 – Chamäleon

Ich übe derzeit das Bei-Mir-Sein, wenn ich in Gesellschaft bin. Das ist gar nicht so einfach. Wenn ich in der Nähe eines Menschen bin, ist meine ganze Aufmerksamkeit sofort bei diesem Menschen. Wie ein Chamäleon taste ich mein Gegenüber ab, nehme dessen „Farbe“ an und versuche zu erkennen und zu erfühlen, was diesem Menschen gut tut bzw was ich dazu beitragen kann, dass er sich gut fühlt.

Meine Schwester sagt von mir, dass ich mit den Menschen so enorm mitschwinge.

Dabei vergesse ich meine Person fast völlig.

Ich merke dann nicht, wie sich mein Energie- oder Krafthaushalt verändert. Erst wenn mein Körper schon richtig Alarm schreit, indem er mir die Konzentration komplett entzieht, merke ich, wie es um mich steht. Dies macht sich dann oft durch richtige Blackouts bemerkbar.

Bisher war das so.

Ab jetzt verändere ich das. Ab sofort werde ich in Gesprächen meine Aufmerksamkeit auch auf mich lenken.

Das heißt für mich, ich muss meine Aufmerksamkeit aufteilen.
Allerdings, das Verhältnis muss ich erst herausfinden…

 


ACHTSAMER TAG 5/365 – Das Vögelchen

ACHTSAMER TAG 7/365 – Sitzmeditation


 

ACHTSAME TAGE 1 bis 365

ACHTSAMER TAG 5/365 – Das Vögelchen

Ich gehe den Gehsteig entlang. Abrupt muss ich stehen bleiben.

Ein kleines Vögelchen hüpft zwischen zwei Autos hervor mit Futter im Schnabel. Als es kurz in meine Richtung blickt, fällt ihm das Futter aus dem Schnabel. Blitzschnell hebt es den Brocken wieder auf, hüpft ein bisschen weiter, hebt plötzlich ab, fliegt in Richtung Gebüsch, findet schnell keinen Landeplatz, fliegt zurück und noch einmal in das Gebüsch. Endlich den rettenden Eingang gefunden sitzt es da auf einem Zweig. Als ich zwischen die Blätter gucke, lugt es mich mit großen Augen an, total verdattert.

Langsam trete ich zurück, um es nicht noch mehr zu erschrecken…

 

 


ACHTSAMER TAG 4/365 – Meine einfühlsame Familie

ACHTSAMER TAG 6/365 – Chamäleon