MOMENTE

MOMENT 10.20 – Ehrliche Worte aus dem Niemandsland

Ich fühle fast nichts mehr, seit ich im Niemandsland bin.

Ich weiß nicht mehr, wer ich bin … was mich interessiert … sämtliche Interessen, die ich hatte, sind verflogen. Auch fehlt mir die Geduld, nach etwas Neuem zu suchen. So vieles langweilt mich. Ich lebe gefangen im Nirgendwo.

Es fehlt an einer Aufgabe. Ich stelle mir selbst keine Aufgaben mehr, da ich nie sicher bin, ob ich sie auch schaffe. Die Ideen, die ich noch habe, verlaufen im Sand, da mir die Kraft zur Umsetzung fehlt.

Gefangen in einer Schleife spielt sich jeden Tag dasselbe ab. Aufwachen am Morgen, frühstücken, dann Flucht in den Schlaf bis mittags, ein bisschen Hausarbeit, dann wieder Flucht in den Nachmittagsschlaf … wen wundert es, dass der Schlaf am Abend dann nicht kommen will. Zu viel Schlaf erdrückt die Seele. Aber diese Flucht in den Schlaf hilft, die Tage einigermaßen zu ertragen.

In meinem Niemandsland sind die Uhren stehen geblieben. Es ist so völlig egal, was passiert oder was sich tut, denn es tut sich nichts.

Manchmal nehme ich teil am Leben meiner engsten Vertrauten. Das ist so als ob ich auf ein Karussell springe und einige Zeit mitfahre. Wieder in meinen vier Wänden, fühle ich noch die Geschwindigkeit des sich drehenden Lebens der anderen und bleibe dann selbst wieder stehen.

So kann es nicht bleiben…

Nein, es ist keine Depression, in der ich mich befinde, es ist anders diesmal. Es ist das Durchwandern des Niemandslandes. Leere und Stille um mich herum.

Was kommt danach?

Neuland…