ACHTSAME TAGE

ACHTSAME TAGE 1.21 – Traurigkeit

Traurig und niedergeschlagen bin ich gewesen in den letzten drei Tagen. Es gab einen vermeintlichen Grund dafür. Ich lag richtig am Boden, eigentlich eine bodenlose Traurigkeit. Es war keine Depression. Ich fühlte mich so unendlich schwer. Es fühlte sich so schlimm an. Sprachlosigkeit. Schockstarre. Ein Schmerz in meinem Inneren, der mich betäubte. Selbst die Sonne konnte meiner Traurigkeit nichts entgegensetzen. Mein Spiegelbild gab ein verweintes Gesicht wieder. Ich wusste nicht, wie ich mit meiner Traurigkeit umgehen sollte…

Vielleicht sollte ich meine Traurigkeit zulassen, dachte ich mir. Ich erlaubte mir traurig zu sein. Ich war in meinen Bewegungen erstarrt und lauschte nach Innen. Ich kehrte ganz in mich. Achtsam pflegte ich meine tief verletzte Seele. Ich legte ihr im Gedanken einen Verband an, nahm ein warmes Bad. Nach dem Bad hüllte ich mich in meinen flauschigen Bademantel und machte mir einen Wohlfühltee. Ich ging behutsam mit mir selbst um. Musik half mir in dieser Situation. Ich legte Frank Duval auf…

Dann, nachdem ich viel nachgedacht und analysiert hatte, bemerkte ich, dass es um meine eigene Geschichte ging und nicht um die des Gegenübers. Ich konnte mit Ablehnung nicht umgehen, dabei war es keine Ablehnung. Ich hatte es nur so interpretiert. Die darauf folgende extreme Traurigkeit war wohl eine Reaktion aufgrund früherer Ablehnungen in meiner Kindheit…

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Hallo Ihr Lieben,
diese Traurigkeit, die ich erlebte, ist so bodenlos, ich hoffe Ihr kennt das nicht.
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENTE, SEKTENAUSSTIEG

MOMENT 20.21 – Gedankenfreiheit

Gedankenfreiheit.
Die Gedankenfreiheit ist die Freiheit des Denkens, insbesondere in weltanschaulichen und politischen Dingen. Sie bildet die ideelle Grundlage für weitere Freiheiten wie die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit…
…so wird ua Gedankenfreiheit definiert.

Was ist Gedankenfreiheit für mich?
Ich darf! Ich darf denken was ICH will. Gedanken entziehen sich normalerweise der Kontrolle durch Mitmenschen.
Diesen Umstand entdeckte ich erst vor einigen Jahren. Wie ich schon schrieb, war ich vorher Mitglied der Sekte der Zeugen Jehovas. Ich schreibe bewusst Sekte, da in diesem Verein sektenhafte Zustände herrschen. Man kontrolliert alles, bis hin zu den Gedanken. Es wird einem eingebläut, was man zu denken hat. Dazu bedient man sich einer permanenten Wiederholung von „meinungsgebildeten“ oder „meinungsgebenden“ Zeitschriften. Satz für Satz, Absatz für Absatz wird das von dem leitenden Gremium Geschriebene durchgekaut. Erst muss man sich zu Hause auf bestimmte Artikel vorbereiten, am besten im Familienkreis. Dann wird der Stoff in der Gemeinschaft durchgearbeitet. Faktum ist, dass man in diesen Studienzeiten in der Gemeinschaft nicht offiziell Fragen stellen darf. Es werden von der Bühne aus die vorgegebenen Fragen zu jedem Absatz gestellt und man soll dann tunlichst das Antworten, was im Absatz steht. Am besten untermauert durch einen Bibeltext. So wird akribisch auf die Gedanken Woche für Woche Einfluss genommen. Und nicht nur das. Auch untereinander sollen diese Gedanken ausgetauscht werden.

Wie geht es mir heute damit?
Es war schwer eine andere Art oder eine eigene Meinungsbildung und Gedankenformung zu lernen. Eine große Hilfe dabei war mir meine Zeit in der Abendschule. Jedoch kehrte ich nach dieser Schule, nach einer Sinnkrise, doch wieder zu dieser Sekte zurück, da ich zu meinen Wurzeln zurückkehren wollte. Das selbst Denken fiel mir so schwer, dass ich keinen Halt mehr fand. Ich merkte dann aber schnell, dass mir dieser Schuh zu klein geworden war. Ich hatte kritisches Denken eigentlich gelernt.
Heute habe ich mich von den Fesseln dieser Gemeinschaft endgültig gelöst und ich schätze Gedankenfreiheit enorm…


Hallo Ihr Lieben, ich habe mir vorgenommen auf die Zustände bei den Zeugen Jehovas aufmerksam zu machen, da diese Sekte meist als harmlos dargestellt wird, ist sie aber nicht. Das Wirken der leitenden Gremien und Mitglieder ist sehr subtil und einschleichend, und wenn man nicht wirklich gut acht gibt, wird man sukzessive gefangen.
In diesem Sinne wünsche ich euch Freiheit eurer Gedanken!
Alles Liebe von
Maria

MOMENT 19.21 – Schlaf

MOMENTE

MOMENT 19.21 – Schlaf

Schlaf.
Der Erholung des Organismus dienender Zustand der Ruhe, der Entspannung (bei Menschen und Tieren), in dem die Augen gewöhnlich geschlossen, das Bewusstsein ausgeschaltet und viele Körperfunktionen herabgesetzt sind…
…so wird ua Schlaf definiert.

Was ist Schlaf für mich?
Ich erinnere mich an meine Kind- und Jugendzeit und auch an mein frühes Erwachsenenalter, da war Schlaf etwas ganz Normales. Ich ging am Abend zu Bett und binnen einer viertel Stunde war ich eingeschlafen. Meistens schlief ich traumlos bis zum Morgen durch. Ausgeruht startete ich in den Tag.

Wie geht es mir heute damit?
Dass ich heute in den Schlaf komme, dazu nehme ich eine mächtige Menge Schlaftabletten, ein Antidepressivum mit schlafanstoßender Wirkung und eine Phasenprophylaxe. Meistens trinke ich auch noch einen Schlaftee vor dem zu Bett gehen. Und dann ist es oft so, dass ich zwei Stunden aufs Einschlafen warte. Der Schlaf selbst ist unruhig und ich träume sehr viel. Ich wache immer wieder auf zwischendurch. Meistens drifte ich dann erst in den Morgenstunden so richtig weg.

ABER … damit bin ich zufrieden.

Es gab nämlich eine noch viel schlimmere Zeit…


Hallo, Ihr Lieben da draußen, ich wünsche Euch einen guten Schlaf
und eine schöne Vorweihnachtszeit.
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 18.21 – Schweigen

MOMENT 20.21 – Gedankenfreiheit