COUCH-GESCHICHTEN

COUCH-GESCHICHTEN 5.22 – Der Brief

Ihr Herz klopft wild. Der Blutstrom pulsiert durch ihre Adern, als hätte er es mächtig eilig. Regungslos sitzt sie da. Sie schließt die Augen…

Was war geschehen?…..

Sie hält seinen Brief in ihren Händen. Soeben hat sie ihn gelesen. Und der Inhalt…

In ihrem Kopf schwirrt es, sie hört die sie umgebende Stille. Eine unbeschreibliche Müdigkeit bemächtigt sich ihres Körpers. Er hatte ihr endlich geschrieben, was sie schon so lange vermutet hatte.

Er hatte sich von ihr getrennt, damals, vor fünf Jahren. Die Trennung war hart für sie. Aber nun hat sie endlich ihren Frieden mit sich selbst gefunden.

Er schrieb ihr, dass er sich, als er sich von ihr trennte, nicht öffnen konnte. Aber nun meinte er, er sei es ihr schuldig, ihr zu sagen, was der Grund dafür war…

Er liebte einen Mann…

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COUCH-GESCHICHTEN 4.22 – Er war da

COUCH-GESCHICHTEN 6.22 – Der Garten

COUCH-GESCHICHTEN

COUCH-GESCHICHTEN 4.22 – Er war da

Er war da, als sie niemanden mehr hatte, als sie alleine dastand. Sie hatte sich in ihn nicht verliebt, aber er sich in sie. Und sie brauchte dringend jemanden. Da ließ sie es geschehen. Eine Beziehung ohne Liebe ihrerseits entstand. Es war ihre erste Partnerschaft. Er war der erste Mann in ihrem Leben. Sie war erst siebzehn. Ihre Mutter ließ sich vom Vater scheiden und ging mit ihrer Schwester in ein anderes Land, der Vater fand schnell eine neue Frau und zog weg, der Bruder ging mit. Da stand sie da, von der Familie verlassen. Das Haus mit dem Schuldenberg hatte man ihr überlassen.

Er war interessiert an dem Haus, aber nicht an dem Schuldenberg. Er richtete sich das Haus anfangs gemütlich ein und sie bezahlte die Schulden. Als sie das alles nicht mehr ertragen konnte, verkaufte sie das Haus, beglich die Schulden und machte Schluss mit ihm…

Aber ohne soziales Umfeld wusste sie nicht wohin. Als er sie zurückhaben wollte, ging sie wieder mit ihm und sie zogen in eine andere Stadt. Er war wieder für sie da. Sie brauchte ihn, liebte ihn aber nicht.

Dann fand er eine andere und verbrachte eine Nacht mit ihr. Das war für sie der Zeitpunkt zu gehen. Die andere liebte ihn. So eine Liebe hatte er sich verdient.

Das ist viele Jahre her. Heute ist sie ihm dankbar, dass er für sie da war…

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COUCH-GESCHICHTEN 3.22 – Die Farbe Weiß

COUCH-GESCHICHTEN 5.22 – Der Brief

MOMENTE

MOMENT 4.22 – Lesestunde

Hallo Ihr Lieben!

Ich sitze in meinem Couch-Sessel, die Beine hochgelagert am Couch-Hocker. Eine Kerze brennt und der heiße Tee dampft vor sich hin und ich habe ein Buch in der Hand. Ein echtes Buch, kein Tolino oder Kindle. Wenn ich ein Buch kaufe, dann wird es erst einmal aufgeschlagen und an den Seiten gerochen. Der Duft von Büchern ist unverkennbar. Nicht alle riechen gleich. Je älter ein Buch, desto intensiver der Geruch.

Von Haruki Murakami ist das Buch, das ich im Moment in meinen Händen halte. „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ ist der Titel des Buches. Haruki Murakami sagt über sich selbst: „Aufrichtig über das Laufen und aufrichtig über mich zu schreiben, ist nahezu das Gleiche.“ Dabei interessiert mich das, was er über sich schreibt.

Ich tauche ein, in die Welt eines besonderen Menschen…

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Ich wünsche Euch auch eine solche geruhsame Lesestunde!
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 3.22 – Leidenschaft

MOMENT 5.22 – Nachtgedanken

COUCH-GESCHICHTEN

COUCH-GESCHICHTEN 3.22 – Die Farbe Weiß I

Sie liegt auf einer weißen Decke und schaut in den Himmel, sieht die weißen Wolken ziehen. Um sie herum auf der Wiese gibt es nur weiße Blumen. Sie hat ein weißes Kleid an. Sie hört die Musik der Natur, ein sanftes Rauschen des Windes in den Bäumen, eine Hummel summt neben ihr, in der Ferne hört sie Kuhglocken. Es ist ihre Traum-Almwiese.

Auch in ihrem Heim hat sie alles weiß, die Möbel, sogar ein weißes Klavier ist da. Weiße Vorhänge, weiße Lampen, weiße Sitzecke, weiße Bücherschränke, weißer Schreibtisch … alles weiß.

Dieses Weiß, es lässt sie vergessen … den Schmutz der Vergangenheit…

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COUCH-GESCHICHTEN 8.22 – Die Farbe Weiß II

COUCH-GESCHICHTEN 2.22 – Er

COUCH-GESCHICHTEN 4.22 – Er war da

COUCH-GESCHICHTEN

COUCH-GESCHICHTEN 2.22 – Er

Sie wartet in einem Cafe auf ihn. Gerade eben schrieb er eine SMS, dass er sich etwas verspäten würde. Es ist die Zeit, als es die ersten Handys gibt. 1995. Ihr Handy ist blau und sie hatte es bei ihm im Geschäft gekauft. Er hatte sie gut beraten. Und da hatte sie ihn kennen gelernt. Ihn, der eine magische Anziehung auf sie ausübt.

Ihr Martini Bianco mit Olive ist schon leer getrunken als er endlich auftaucht. Er setzt sich zu ihr an den Tisch. Er lächelt sie an und bestellt einen Cappuccino. Sie redet nicht viel, sieht ihm tief in seine wasserblauen Augen. Sie hatten sich zwei Tage nicht gesehen.

Vor zwei Tagen war er zu ihr in die Wohnung gekommen. Sie redeten nicht viel. Ihre Körper zogen sich wie zwei Magneten an. Sie war verliebt in ihn und ihm ging es genauso mit ihr. Er legte sich sanft zu ihr auf die Couch und verwöhnte sie mit seinen Händen. Dabei entspannte sie sich. Dann küsste er sie ganz behutsam, als ob er eine Seifenblase anstupsen würde. Sie genoss diesen Moment und fühlte sich wie ein Schmetterling, schwebend in luftigen Höhen. Sie hatten eine schöne Stunde.

Er sagt noch immer kein Wort und sieht ihr gleichfalls tief in die Augen.

Dann sagt er: „Ich bin verheiratet…“.

Die Worte treffen sie mitten in ihre Seele.

Sie steht auf und verlässt das Cafe …. wortlos …

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COUCH-GESCHICHTEN 1.22 – Sie

COUCH-GESCHICHTEN 3.22 – Die Farbe Weiß

MOMENTE

MOMENT 3.22 – Leidenschaft

Hallo Ihr Lieben!

Es stellt sich für mich seit gestern die folgende Frage:
Wieviel Leidenschaft darf oder kann ich in eine Sache hineinlegen?

Grundsätzlich einmal, denke ich, so viel als möglich. Mit Leidenschaft etwas machen, gibt mir Lebenssinn, Lebensgefühl und Befriedigung. Es gibt bei mir aber zwei Arten von Leidenschaften. Leidenschaft in einer hypomanen Phase, oder Leidenschaft als Intensität der Lebensfreude.

  1. Leidenschaft in einer hypomanen Phase laugt aus. Ich erreiche ungeahnte Höhen in der Stimmung und Begeisterung für etwas. Aber es begleitet mich innere Unruhe und Anspannung. Das geht ein paar Tage gut, und dann kommt immer der Absturz, das ist vorprogrammiert. Und, ich schlafe schlecht.
  2. Leidenschaft als Intensität der Lebensfreude gibt Kraft. Ich mache genügend Pausen, um mich nicht zu pushen. Ich befinde mich in einem Ruhezustand und erhöhter Aufmerksamkeit. Es ist für mich ein Idealzustand, bei der die Leistungsfähigkeit nicht abnimmt. Und ich kann in diesem Zustand auch gut schlafen.

Die Kunst für mich besteht darin, dass ich aufmerksam in mich hineinhöre und wahrnehme, welcher Zustand gerade da ist. Beim ersten Punkt muss ich gegensteuern mit viel Ruhe und Sein in der Stille. Muss eventuell meine Medikation, die mich zur Ruhe bringt, erhöhen.

Ich befinde mich momentan im Zustand der lebensfrohen Leidenschaft. Wie schon im vorigen Beitrag beschrieben, spiele ich mit Leidenschaft Klavier…

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Ich wünsche Euch allen auch dieses Glücksgefühl,
das einem bei gesunder Leidenschaft begleitet.
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 2.22 – Klaviermusik

MOMENT 4.22 – Lesestunde

MOMENTE, MUSIK

MOMENT 2.22 – Klaviermusik

Hallo Ihr Lieben!

Ich sitze am Klavier und spiele die Tonleiter auf und ab und lasse jeden Ton für sich selbst erklingen. Verzaubert allein durch die Töne, verbringe ich die nächste halbe Stunde nur mit diesen Klängen. Ein neues Lied wäre einzustudieren, aber es gefällt mir nicht so gut, es ist ein Choral. Wenn mir ein Stück nicht gefällt, fällt es mir auch schwer es intensiv zu üben. Aber laut Klavierlehrer ist es genau das, was ich im Moment zum Dazulernen brauche. Das sehe ich auch ein. Mein Anschlag ist viel zu hart. Ich muss lernen, weicher zu spielen. Das ist gar nicht so einfach. Ich soll mehr aus dem Handgelenk heraus spielen.

Die Tonleiter habe ich nun wirklich oft gespielt. Nun widme ich mich einem neuen Stück, das ich mir selbst aus dem Buch PIANO PIANO raus gesucht habe. Es ist die Barcarole aus der Oper Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach. Bevor ich mich auf dem Piano an das Stück herantasten kann, höre ich es fast einen ganzen Tag in Schleife, um mir jede Note einzuprägen bzw auch um die Spielweise zu verinnerlichen. Wenn mir ein Lied gefällt, kann ich es unzählige Male hören und es wird mir nicht langweilig. Im Gegenteil, ich kann es dermaßen genießen.

So, nun geht’s wieder ans Klavier…

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Ich wünsche euch auch solche Glücksmomente, wie ich sie am Klavier erlebe!
Alles Liebe Euch allen da draußen von Eurer
Maria

MOMENTE

MOMENT 1.22 – Zeitlupe

Hallo Ihr Lieben!

Ich lebe seit einiger Zeit sehr im Moment. Da habe ich das entspannende MINUTEN-ZEITLUPEN-SPIEL für mich erfunden. Ich nehme die Zeit unter die Lupe, die Zeit, wie sie vergeht, jeder Sekunde schenke ich Aufmerksamkeit.

Das geht so:

Ganz bewusst und achtsam nehme ich die Kaffeetasse in meine Hände. Meine kalten Hände fühlen die Wärme der Tasse. Ich fühle das Gewicht der Tasse. Dann hebe ich die Tasse hoch zu meinem Mund, ganz langsam tue ich das, in Zeitlupe. Ich spüre mich. Der Kaffeeduft steigt mir in die Nase. Langsam führe ich die Tasse zu meinem Mund. Ich höre die Stille, die mich umgibt. Ich befinde mich in einem Alpha-Zustand. Ich nehme mit allen Sinnen wahr. Dann spüre ich wie der Kaffee in meinen Mund rinnt, angenehm heiß…

Dieses Spiel kann ich minutenlang genießen…

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Ich wünsche Euch entspannte Tage
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 2.22 – Klaviermusik

COUCH-GESCHICHTEN

COUCH-GESCHICHTEN 1.22 – Sie

Da ist es wieder … dieses fremde Gefühl. Es kriecht ihm von der Magengegend in die Kehle hoch. Dieser dumpfe Schmerz gepaart mit Übelkeit. Immer wenn er denkt, er hätte dieses Gefühl überwunden, kommt es mit noch stärkerer Intensität zurück. Er braucht nur einen Moment an sie zu denken und schon ist es da … dieses fremde Gefühl, das ihm eigentlich nicht mehr fremd ist, da es ein Teil seines Lebens geworden ist.

Begonnen hat dieses Gefühl, als sie ihn verließ. Einfach so. Sie kam eines Tages nicht wieder. Er wartete tagelang, aber sie zeigte sich nicht, kam nicht wieder.

In Gedanken durchforstete er jeden Winkel seiner Seele und fand auf die Frage, warum, keine Antwort. Es war doch so schön gewesen, beim gemeinsamen Aufwachen am Morgen, bei Tisch zu Mittag, bei Kerzenlicht am Abend.

Und jetzt? … Er fühlt sich unsäglich allein. Dabei ist das alles schon so lange her. Aber er hatte ein ausgeprägtes Gedächtnis und sie hatte sich in dieses eingebrannt. Ihre weiche weiße Haut, ihr blondes, strähnig glänzendes Haar, ihr linkes Ohr, ihre körperlichen Kurven… All diese Bilder sieht er vor sich, wenn er heute an sie denkt.

Nach keiner anderen Frau stand ihm der Sinn nach der Beziehung mit ihr. Und doch hat er heute ein Bedürfnis seiner Einsamkeit zu entrinnen. Allein fühlt er sich und seine Selbstzweifel überdeckt er mit überaus großem Selbstbewusstsein, das er jeder Frau, die ihm näher kommt, präsentiert.

Aber dann holt er sich in Tagträumen die Momente mit ihr her, so oft ihm danach ist. Er zündet sich eine Kerze an, an einsamen Abenden und versinkt in der Erinnerung…

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COUCH-GESCHICHTEN 2.22 – Er

ACHTSAME TAGE

ACHTSAMKEIT 1.22 – Die Fröhlichkeit

Meine Traurigkeit ist verflogen.

Die Fröhlichkeit hat sich neben mich gesetzt und hält mit mir Zwiesprache.

„Warum hast du mich herbeigeholt?“ fragt sie mich.
„Ja, ich denke, weil ich ohne dich nicht leben kann.“

„Wie ist es mit mir?“ fragt sie weiter.
Ich denke nach und sage: „Das ist nicht einfach zu beschreiben. Wenn du neben mir sitzt, fühle ich Freude in mir. Wenn ich dich sehe, kann ich einfach nicht anders, als dich anzulächeln. Und du gibst es mir zurück mit viel Wärme und Einfühlungsvermögen. Du verstehst meine Freude. Eine Leichtigkeit spüre ich in deiner Nähe und du lässt auch an einem verregneten Tag die Sonne aufgehen. Warm fühle ich dich auf meiner Haut. Du lässt mich am Morgen schon in den Tag schweben. Und ich denke dann, ein neuer Tag, was wartet da Schönes auf mich.“

„Hmmm, was glaubst du, hält mich bei dir?“ fragt die Fröhlichkeit weiter.
„Ich denke, mein Grundgemüt hält immer Ausschau nach dir und du siehst das. Ich rufe dich und du kommst, zwar nicht immer gleich, aber meine Beharrlichkeit lässt dich dann doch zu mir eilen. Du findest es anziehend, dass ich die Vögel gerne beobachte, dass ich weiße Blumen liebe, dass ich gerne in den Bergen bin und dass ich gerne Klavier spiele. Du bist gerne Gast in meiner Wohnung, weil du dich zwischen den gemütlichen weißen Möbeln sehr wohl fühlst. Sehr gut gefällt dir auch meine Bücherwand mit den fast tausend Büchern. Die hier weilende Idylle wärmt dir dein Herz, da bist du zu Hause.“

Die Fröhlichkeit denkt nach und bringt dann die Gedanken ihrerseits zum Ausdruck:

„Du hast Recht, die Ruhe und Stille in deiner Nähe ist mir Nährboden, da setze ich mich gerne hin auf deine Couch. Auch am Abend, wenn du deine Kerzen anzündest bin ich gerne da. Besonders liebe ich es, wenn du malst. Die wunderschönen Farben der einzelnen Stifte, die auf einem Blatt Papier zusammenfinden haben es mir angetan, dass ich bleibe. Auch wenn du dich der Musik hingibst und ihr lauschst bin ich da. Da wachse ich empor, wie eine Blume, die sich dem Himmel entgegenstreckt.“

„Danke“, flüstere ich. „Danke für dein Da-Sein…“

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Ich wünsche Euch allen da draußen, dass Ihr die Fröhlichkeit ähnlich empfinden könnt.
Mit der Fröhlichkeit im Bunde, sieht der tristeste Tag schön aus.
Alles Liebe von Eurer
Maria