MOMENTE

MOMENT 15.21 – Stehen geblieben

Nun ist es so weit. Ich bin endlich stehen geblieben. Etwas trieb mich immer vorwärts. Es war der Druck, Leistung zu erbringen. Aber nun … ist Stille und Ruhe eingekehrt. Ich begegne mir selbst … so wie ich bin. Eine Entspannung ist spürbar bis in die letzte Zelle.

Wie ist das gelungen?

Ein Buch hat mich darauf gebracht. Es ist das Buch Der Weg der Kaiserin von den Autorinnen Christine Li und Ulja Krautwald, eine Art chinesischer „Machiavelli für Frauen“, so steht es zumindest auf der Buchrückseite.

Ich habe erst die Hälfte davon gelesen, aber diese eine Hälfte hat bereits einen beeindruckenden Abdruck bei mir hinterlassen. So habe ich gestern mit Meditation begonnen. Eine App hilft mir dabei. Auch den heutigen Tag habe ich mit einer geführten Entspannung begonnen.

Auch habe ich mir einen Anker geschaffen, der mich an das „Auf-Mich-Selbst-Besinnen“ erinnert. Es ist ein Frosch, der mich, immer wenn ich ihn anblicke, auffordert, zur Ruhe zu kommen, eine Pause einzulegen.

Das Ergebnis dieser Neuerungen:

Ich fühle mich auf eine seltsame Weise in mir ruhend und ich höre die Stille. Das ist ein wunderbares Gefühl. Es ist Ausgeglichenheit, die sich breit macht. Ein eher seltenes Gefühl für einen Menschen mit einer bipolaren Störung. Ich erahne hier einen gangbaren Weg für mich, der an Lebensintensität reich ist.


Ich wünsche euch auch solche positiven Erfahrungen.
Sie entpuppen sich als Lebenselexier.
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 14.21 – neugierig

MOMENTE

MOMENT 14.21 – neugierig

Hallo Ihr Lieben!

Finster wars in den letzten Monaten. Eine tiefe Depression hatte mich wieder fest im Griff. Sogar ein Klinikaufenthalt war nötig. Während dieser Zeit habe ich fest darauf vertraut, dass auch wieder früher oder später ein Hoch kommen würde. Und so war es auch, dieses Mal leider etwas später. Die bipolare Achterbahn kann manches Mal ganz schön anstrengend sein.

Aber jetzt scheint die Sonne wieder.

Und ich habe großen Grund zur Freude. Ich habe mir ein weißes E-Piano samt Hocker und Kopfhörer bestellt. Nächsten Dienstag wird es von der Spedition geliefert. Nun habe ich schon alles umgeräumt und vorbereitet für den Einzug des Klaviers.

Jetzt, im Moment, gibt es wieder etwas zu entdecken. Neuentdeckungen sind für mich ein starkes Lebenselexier. Ich fühle mich wieder unbändig neugierig…

Habt Ihr auch noch diesen kindlichen Entdeckerdrang?
Ich wünsche ihn euch.
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 13.21 – Keine Versöhnung

MOMENT 15.21 – Stehen geblieben

MOMENTE

MOMENT 13.21 – Keine Versöhnung

Sie taucht ein in die Musik und lässt von ihr ihre Seele berühren. Die Töne sind so laut, dass es in ihrem Gehirn vibriert. Jede Zelle verschmilzt mit den Schwingungen…

Morgen, denkt sie, morgen wird sie sich mit ihrem Ich versöhnen…
Aber dieses Morgen gibt es nicht…

MOMENT 12.21 – Erinnerung

MOMENT 14.21 – neugierig

MOMENTE, MUSIK

MOMENT 12.21 – Erinnerung / MUSIK 2.21 – Pink Floyd

Ich höre grade Musik, die mich an längst Vergangenes erinnert:

Und dabei wird mir klar, dass es eine Zeit gab, in der ich sehr intensiv lebte. Es war die Zeit des Neuentdeckens, eine Zeit des Lernens. Und ich hatte eine unbändige Vorfreude auf das Entdecken neuer Dinge. Irgendwie vermisse ich diese Zeit.

Es gibt so vieles, was ich bereits kennengelernt habe. Mein Geist ist nicht mehr unbedarft, im Gegenteil, ich fühle mich behaftet mit Dingen, die ich besser nicht gesehen oder erfahren hätte. Es gibt nicht mehr viel zu entdecken, für mich. Oder besser, es gibt nicht wirklich viel, was mein Interesse noch weckt.

Manchmal sind mir meine Erinnerungen eine Last, vor allem wenn es Erlebnisse sind, an die ich mich nicht gerne erinnere. Dinge, die verloren gingen. Menschen, in denen ich mich maßlos getäuscht habe, die mich auch täuschten.

Aber, dieses Vielwissen um Schmerz, Enttäuschung und Leid macht mich auch stark. Und trotz allem schaue ich auf ein bewegtes und interessantes Leben zurück. Ich habe hinter so manche Ecken geschaut, die vielen Menschen verborgen bleiben.

Und vielleicht gibt es ja doch noch etwas zu entdecken…

MOMENT 11.21 – Dankbar

MUSIK 1.21 – Sharon Kovacs

MOMENTE

MOMENT 11.21 – Dankbar

Hallo Ihr Lieben!

Es ist Nacht und es ist still. Nichts, aber auch gar nichts ist zu hören, außer mein Klappern auf der Tastatur und das leise Surren des Laptops.

Ich habe gestern Nachmittag geschlafen, da wundert es mich nicht, dass ich nächtens keinen Schlaf finde. Aber das ist gut so. Ich bin am Boden. Weder segle ich in luftigen Höhen noch bin ich im Tal tiefen Schattens, einfach ausgeglichen. Das sind seltene Momente im Leben mit einer bipolaren Störung.

Darum möchte ich diesen Moment würdigen, und bin dankbar dafür. Es zeigt mir, dass auf das Dunkel immer wieder Licht folgt. Auf Regen folgt Sonnenschein. Das möchte ich mitnehmen für Zeiten in der Finsternis, die Zuversicht, dass es immer wieder ein Auf nach einem Ab gibt.

Außer dem bin ich sehr dankbar für einen Menschen, den ich im letzten halben Jahr ein wenig näher kennenlernen durfte und der mein Leben sehr bereichert.

—–

Schlaft schön und verbringt einen wunderschönen Morgen Ihr Lieben!
Das wünscht Euch Eure
Maria

MOMENT 10.21 – Keine Worte

MOMENT 12.21 – Erinnerung

MOMENTE

MOMENT 9.21 – Ausstieg

Still ist es. Von ferne her höre ich ein Auto, aber nur so leise, dass ich es gerade noch wahrnehme. Nur der Laptop surrt ein wenig, kaum hörbar. Es ist Nacht und ich kann nicht schlafen. Ich surfe wieder einmal auf einer Welle. Endlich stehe ich wieder auf dem Brett und bin nicht mehr unter Wasser.

Eigentlich sollte ich schlafen. Leider zeigen die genommenen Medikamente keine Wirkung, trotz der hohen Dosis, die ich nahm.

Nun setze ich meine Kopfhörer auf und höre Musik, laut, so wie ich es mag.

Ich habe viel Zeit zum Nachdenken. Nachdenken über mich, über mein Leben, über meine Mitmenschen.

Am meisten beschäftigt mich zur Zeit mein Ausstieg aus der Zeugen Jehovas Gemeinschaft. Ich habe ihn vor einiger Zeit vollzogen, meinen Ausstieg, innerlich wie äußerlich. Lange Zeit war ich in der inneren Emigration. Nun habe ich den Schritt nach außen gewagt.

So ein Schritt hat umfassende Folgen. Man wird von der gesamten Zeugen Jehovas Gemeinde geächtet. Dabei ist es egal ob jemand aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird oder ob jemand von sich aus die Gemeinschaft verlässt. Man verliert praktisch von einem Tag auf den anderen sämtliche gemeinschaftlichen Kontakte einschließlich die der Familie.

Aber nun habe ich meiner Familie offenbart, dass ich keine gläubige Zeugin Jehovas mehr bin und aus der Gemeinschaft aussteige.

Ich glaube schon lange an keinen Gott im Sinne der Zeugen Jehovas mehr. Zu viel habe ich gelesen und mich weiter gebildet. Ich sehe die vielen Religionsgemeinschaften als verschiedene Planeten. Und mich sehe ich auch auf einem Planeten, dem Planeten der Atheisten. Ich habe die Möglichkeit, andere Planeten zu bereisen und nehme mir von den jeweiligen Planeten das mit, was ich brauchen kann. So ein schlichtes Bild habe ich mir zurecht gelegt.

Von diesem Bild habe ich auch meinem Vater und meinem Bruder erzählt, um ihnen meine Entscheidung leichter verständlich zu machen.

Mein Bruder hat sich im Wesentlichen von mir zurückgezogen und mein Vater hat den Part des Mich-Bekehrens übernommen.

Das Sich-Zurückziehen und das Ächten von einem Menschen der die Gemeinschaft verlassen hat beschreiben die Zeugen Jehovas als „liebevolle Maßnahme“ den Sünder wieder zur Rückkehr in die Gemeinschaft zu bewegen. Wie grotesk.

Ich bin aufgewachsen in dieser Gemeinschaft und kenne alle Praktiken, wie man durch sanften Druck auf konform gehen mit allen Gedankengängen, die vorgeschrieben sind, hin gelenkt und geleitet wird. Auch die Zeitschriftenartikel sind entsprechend aufgebaut. Der Aufbau ist immer derselbe: Fakt Eins, Fakt Zwei, Fakt X und dann: „Wir schließen daraus…!“ Das ist dann die herrschende Meinung unter den Gläubigen, die Muss ist. Diese Artikel werden bis aufs Äußerste durchgekaut und durchbesprochen, bis jeder die Gedankengänge auch im Sinne der leitenden Körperschaft (das leitende Gremium in Amerika) verstanden hat.

Ich bin sehr froh, dass ich eine Schwester habe, die dieser Gemeinschaft schon vor Jahren den Rücken gekehrt hat. Sie ist ein wunderbarer Mensch. Mit ihr kann man sich großartig unterhalten. Sie hat die Machenschaften dieser „Sekte“ gut durchschaut und ist mir ein einfühlsamer Gesprächspartner.

Es gibt faktisch keine Religionsfreiheit, wenn man bei den Zeugen Jehovas aufwächst. Man wird darauf gedrillt, in der Gemeinschaft zu bleiben, sich taufen zu lassen und ein treues Mitglied zu werden. Andernfalls droht Ächtung.


Habt eine geruhsame Restnacht ihr Lieben!
Lieben Gruß von einer nachdenklichen
Maria

MOMENT 8.21 – Alles durcheinander

MOMENT 10.21 – Keine Worte

MOMENTE

MOMENT 8.21 – Alles durcheinander

Ihr Schlaf- und Wachrhythmus ist völlig durcheinander. So viel hat sie sich vorgenommen, jedoch begehrt ihre bipolare Störung wieder einmal richtig auf. Wieder einmal reduziert auf ihre Krankheit, versucht sie das Beste daraus zu machen. Aber trotzdem ist sie genervt. Nichts geht ihr von der Hand, alles ist eine Last, selbst das Aufstehen am Morgen.

MOMENT 7.21 – Bipolar

MOMENT 9.21 – Ausstieg

MOMENTE

MOMENT 7.21 – Bipolar

Die Vögel zwitschern sie schon aus dem Schlaf. Es ist noch dunkel draußen. Jetzt eine Tasse heißen Kaffee trinken, denkt sie und schlüpft aus dem Bett. Guter Dinge geht sie in die Küche und stellt den Wasserkocher an.

Heute wird wieder ein guter Tag, denkt sie.

Das Gestern ist Vergangenheit. So grau die letzten Tage waren, so bunt scheint nun der vor ihr liegende Tag.

Bipolar, denkt sie, an Abwechslung fehlt es nicht…

MOMENT 6.21 – In der Tiefe

MOMENT 8.21 – Alles durcheinander