MOMENTE

MOMENT 28.22 – Das Untier um mir

Ein Dämon hält mich fest in seinen Klauen. Er bläst mir seinen kalten Atem um meinen fast schon erfrorenen Nacken. Unfähig, mich zu bewegen, halte ich still und erlebe bewusst dieses innere Grauen. Jeder Versuch, mich den Pranken des Tigers zu entwinden, endet in einem noch festeren Griff durch das Untier, was ein Tun verhindert.

Tage, Wochen, ja schon einige Monate währt dieser Zustand. Und es gibt kein Entrinnen.

Dies ist auch eine Art von stiller Zeit…

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MOMENTE, MUSIK

MOMENT 27.22 – Jarre auf Schleife

In den Tiefen meines Rechners habe ich dich wieder entdeckt. Von einem lieben Freund stammst du. Ich starte dich und stelle dich auf Schleife.

Mit einem Schlag bohrst du dich über meine Kopfhörer in mein Gehirn. Sofort schwingen meine Neuronen mit dem Beat, der meinen Atem stocken lässt. Meinen gesamten Körper erfassen die Laute.

Irrational verwächst sich das Notenkonstrukt mit meiner Seele. Es drückt meine Art zu Fühlen aus. Gleichklang in allen Winkeln meines Innersten.

In Gedanken bewege ich mich auf eine Tanzfläche zu. Meine noch zaghaften Bewegungen werden von der Musik angetrieben. Erst sind es nur kleine Impulse, die meine Arme zucken lassen. Meine Beine haben längst ihren Rhythmus gefunden. Weiter, weiter tragen sie mich. Nichts hält mich mehr zurück. Ein Schwall an Schwung lässt meine Hüften wiegen. Hin und her, rauf und runter, immer im Schritt des Beats. Mein Kopf wiegt sich in den maximalen Auslenkungen der realen Schallwellen, die mich in eine Welt der Fiktion tragen.

Schon schwebe ich über einem weißen Blumenmeer, das sich federnd im Wind von der Musik tragen lässt. Meine Augen sind zu, immer tiefer dringt das Tongemälde ein in mein Gedärm. Keine meiner Zellen wagt es, sich anders als im Rhythmus zu bewegen.

Ich tanze, beuge meinen Oberkörper, um ihn im nächsten Moment wieder zu heben. Meine Hände beschreiben Schlingen im Raum. Und weiter drehe ich mich, meine Hüften weiter schwingend.

Ungeahnte Energien entschlüpfen meinem Solarplexus. Gänzlich ausgeschaltet sind meine Gedanken. Es regiert mein Unterleibsgehirn. Ich drehe mich immer mehr, immer weiter im Kreis, wie ein Derwisch. Schier unerschöpflich ist meine Ausdauer.

Immer wieder will ich, immer noch mehr wünsche ich zu hören. Unersättlich, gierig, exzessiv und maßlos ertrinke ich im tönenden Drogenmeer…

Jean-Michel Jarre – Chronology, Pt. 4

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MOMENT 26.22 – Fortgeflogen

MOMENTE

MOMENT 26.22 – Fortgeflogen

Ich entsteige, entfliehe dem Lebensstrom, der mich fortgerissen hat mit seiner Zerstörungswut. Sanft entschwebe ich all dieser Energie. Einem Schmetterling gleich flattere ich hoch, erst noch trudelnd, dann in behutsamen Schwingen, dem Licht entgegen, alles Finstere hinter mir lassend.

Langsam blicke ich hinter mich und sehe züngelnde rotviolette Flammen, die sich nach mir ausstrecken, sich nach mir recken, um mich zu verschlingen.

Aber ich spüre DEINEN Lebensodem, der mit diesem Feuer nichts gemein hat. Es ist ein würziger Luftstrom, der sich durch meine Nase seinen Weg bahnt. Dieser nährt meine schlaffen Zellen und lässt sie wieder erstarken. Doch noch geschwächt falle ich in DEINE Arme.

Besinnungslos war ich, etwas Wildes hat meinen Blickwinkel, meine Perspektive verdeckt. Reste von ihm haften mir noch an, doch ich schüttle meine Flügel und streife alles von mir ab, was gegen den Strich sich aufbäumt, bis mein Fell im Widerschein des Lichts sich wieder an meine Haut anschmiegt und sauber glänzt.

Schon spüre ich, wie die Flammenhitze abnimmt. Ich pflege meine Blessuren, lasse sie durch DEINE sanfte, mich streichelnde Liebe gesunden. DEIN Wind trägt mich fort in eine andere Welt, die mit Hoffnung verbunden ist, eine Welt, in der ich beschützt werde, weil DU nichts Böses zulässt.

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MOMENT 25.22 – Das fromme Lied

MOMENT 27.22 – Jarre auf Schleife

MOMENTE

MOMENT 25.22 – Das fromme Lied

Soeben hat der Redner das Schlussgebet angekündigt, aber vorher ist noch ein Lied zu singen.

Als die ersten Töne zum Mitsingen erklingen, schnürt es mir die Kehle zu. Schwerer Druck lastet auf meiner Brust. Ich kann nur mehr flach atmen. Mein Geist entfernt sich vom Außen ins Innere, er lässt meinen Kopf anschwellen. Das Gefühl, das sich meiner bemächtigt, lässt mich erschaudern. Meine Gedanken sind nicht mehr zielgerichtet. Sie hängen wie Nebelschwaden vor mir und verfinstern mir den Blick, der vergeblich sucht nach einem Neubegreifen.

Meine zitternden Hände umklammern das geschlossene Liederbuch. Unfähig bin ich, es aufzuschlagen. Ich spüre in mir ein starkes Anwachsen eines Glühwürmchenvolkes, das meine Eingeweide grün erleuchtet. Wuselnd drängen sie nach oben, verstopfen den anschwellenden Hals. Kein Ton will aus ihm erklingen.

Es ist ein Lied aus einer längst vergangenen Zeit, es quält mich.
Herzzerreißende Töne.

Mit welcher Inbrunst habe ich es gesungen, damals, als ich noch Kind war und noch unschuldig in die Zukunft meinen Blick warf. Meine Stimmbänder waren noch nicht mit Ameisen übersät, waren geschmeidig, glockengleiche ehrliche Töne fabrizierten sie.

Selbst wenn ich es heute wieder möchte, könnte ich es nicht mehr – das Singen.

Aber DIR nahe sein, das habe ich wieder gefunden.

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MOMENT 24.22 – Eine Blüte im Herbst

MOMENT 26.22 – Fortgeflogen

MOMENTE

MOMENT 24.22 – Eine Blüte im Herbst

Zart liegst du da auf dem marmorglitzernden Boden im Regensonnenlicht. Herabgeschwebt bist du gestern federleicht mit einer Windbö. Tauschwer erwachtest du heute Morgen auf der windgeschützten Stiege. Deine Farbe Pink hast du behalten, deine feingliedrige Maserung ebenfalls. Du könntest noch länger als Schmuck dienen, du hast nichts von deiner schillernden Schönheit verloren. Nur der Zweig, an dem du hingst, der löste sich von dir, weil es Zeit war.

Da wirst du plötzlich von Menschenhand vom Marmor gefegt, weil Herbst ist.

Aber du weißt … nächstes Frühjahr kommst du wieder…

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MOMENT 23.22 – Die Elster

MOMENT 25.22 – Das fromme Lied

MOMENTE

MOMENT 23.22 – Die Elster

Es regnet. Die Wolken türmen sich in allen möglichen Grauschattierungen auf. Hoch oben wehrt sich ein Sonnenstrahl gegen die Dunstdecke. Wie Feuer präsentiert sich ein Watterand.

Ich stehe am Fenster und lasse mich von dem Lichtspiel am Himmel beeindrucken.

Da landet ein wunderschöner Vogel auf dem hölzernen Balkongeländer. Es ist eine Elster. Sie pickt am Holz herum, scheint es eilig zu haben. Ihr schwarzes Köpfchen bewegt sich unentwegt, hierhin, dorthin und zurück, blitzschnell. Das prächtige Gefieder schillert lautstark in blauen, weißen und schwarzen Tönen.

Mit einem Mal dreht sich die Elster zu mir um. Sie sieht mir direkt mit wackelndem Köpfchen in meine Augen. Hinter ihr am Horizont ist plötzlich gleißendes Licht, die Sonne hat die Wolkendecke erfolgreich durchbrochen. Sie bringt die blauen Federn zum Glitzern. Der aufkommende Wind plustert das Gefieder der Elster auf. Dann dreht sie sich augenblicklich um, öffnet ihre Flügel, lehnt sich in den Wind und lässt sich von ihm in wellenförmigen Bewegungen forttragen.

Schon lange beobachte ich sie und ihre Artgenossen. Sommer wie Winter bewohnen sie die Bäume und das Dach des Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

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MOMENT 22.22 – Einfach so
MOMENT 24.22 – Eine Blüte im Herbst

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MOMENTE

MOMENT 22.22 – Einfach so

Tun ohne Erklärung. Auch die Natur erklärt sich nicht. Sie wirkt einfach. Materie erklärt sich nicht. Sie ist.

Den eigenen Weg gehen, einfach gehen und tun, was gemäß einer Entscheidung zu tun ist. Machtspiele begleiten, wenn Erklärungen erwartet werden.

Der Drang zu erklären, wurzelt im Bedürfnis, sich zu fügen. Einem Harmoniebedürfnis, das über der Selbstwahrnehmung steht.

Abschied nehmen, wenn es Zeit ist zu gehen, weil Verletzungen zu viel geworden sind. Ohne Erklärung.

Gehen … einfach so …

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MOMENT 21.22 – Fortgegangen

MOMENT 23.22 – Die Elster

MOMENTE

MOMENT 21.22 – Fortgegangen

Starr sitze ich da. Es ist als ob mein Gehirn in einen Nebel eingehüllt ist. Mein Herz ist nur mehr Schmerz. Tränen. Taub ist mein Körper. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen.

Ein lieber Mensch ist aus dem Leben gegangen…

Bodenlos, schwankend entschwebe ich der grauen Wirklichkeit.
Fassungslos, traurig versinke ich in schwarzen Seifenblasen.
Grenzenlos, müde denke ich mich in eine irreale Welt.
Substanzlos, sinnentleert verliere ich mich in Gedankenwürmern.

Unaufhaltsam trete ich von einem mit morastenem Schlamm gefüllten Loch ins nächste. Surreal mutet mich dieser Film an.

Deine Kraft ist längst in den Wolken entschwunden,
dort wo du dich immer schon hingedacht hast.

Deiner Liebe gedenke ich für immer…

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MOMENT 20.22 – Zur Ruhe gekommen

MOMENT 22.22 – Einfach so

ACHTSAME TAGE, MOMENTE

MOMENT 20.22 – Zur Ruhe gekommen

Ich genieße gerade den Moment, bin ganz im Hier und Jetzt. Theta-Musik habe ich im Hintergrund und Tee steht auf meinem Tisch. Meine Hände spielen mit Wolle und Nadel. Ganz in mir drinnen bin ich. Und ich fühle mich glücklich. Ich habe die letzten Tage einiges gemacht und bin nun so zufrieden mit dem was ich geschafft habe. Nichts stört meine Entspanntheit.

Eine besondere Gelassenheit hat sich meiner bemächtigt, eine unendliche Ruhe trägt mich durch die Stunden. Die Zeit vergeht, ohne dass es mir leid tut, dass das ein unaufhaltsames Vorübergehen ist.

Ich habe mich sehr zurückgezogen. Nur mit meinen liebsten Freunden und meiner Familie halte ich Kontakt und nur dann, wenn es ein positives Miteinander ist. Behutsam gehe ich durch den Tag, in dem Bewusstsein, dass alles vergänglich ist. Ich berühre den Moment und spüre ihn, lasse ihn dann wieder ziehen und heiße den nächsten Moment willkommen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich das spüren darf.

Es haben einige Menschen mitgeholfen, dass es mir so geht, wie es heute ist. Und ich bin ihnen unendlich dankbar, dass sie mir die Hand gereicht haben. Es gibt sie, diese selbstlosen Wesen. Es gibt sie jedoch nur, wenn man ihnen die Tür öffnet.

Ich habe einige Türen geschlossen und so viele haben sich aufgetan. Ich bin reich beschenkt worden…

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Ihr Lieben, ich wünsche einem jeden von Euch solche Momente!
Alles Liebe
Maria

MOMENT 19.22 – Verzeihen

MOMENT 21.22 – Fortgegangen

MOMENTE

MOMENT 19.22 – Verzeihen

Nun habe ich alles schlechte Vergangene in eine Schachtel gepackt und diese symbolisch in der Erde vergraben. Das ist ein Neuanfang, so empfinde ich es. Ich habe innerlich Frieden geschlossen mit allem und jedem und auch mit mir selbst. Eine große Zufriedenheit machte sich da breit, mehr als ich mir jemals gedacht habe, dass möglich ist. Ich habe verziehen.

Jeder kommende Tag ist ein neuer Tag und ich habe die Möglichkeit ihn zu gestalten. Das ist für mich ein kostbarer Schatz. Im Moment ist es da, das Gefühl der Lebenslust.

Ich achte auf mich und schaffe gut alles was zu erledigen ist. Das macht mich sehr zufrieden.

Nun kann ich für die nächste Zeit Aktivitäten planen.

Ich werde im nächsten Jahr eine längere Reise unternehmen, wenn Covid es zulässt. Das kann ich nun von langer Hand vorbereiten. Und daran habe ich viel Spaß und die Vorfreude ist groß.

Meine Achtsamkeitsreise hat sich bewährt und mir schon viele schöne Momente beschert.

Ich werde auf diesem symbolischen und auch auf dem buchstäblichen Weg weiterreisen…

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Ihr Lieben, ich wünsche Euch einen schönen Sommertag, und dass dieser möglichst Euren Vorstellungen entspricht!
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENT 18.22 – Liebe und Frieden

MOMENT 20.22 – Zur Ruhe gekommen