MOMENTE

MOMENT 3.21 – verlorene Zeit

Während sie so liest und dazwischen ihre Gedanken auf die Reise gehen, wird ihr plötzlich bewusst, wieviel Zeit sie verloren hat.

Es gab mal eine Zeit, da hatte sie das Gefühl nicht, die Zeit zu verlieren. Es war die Abendschulzeit, viereinhalb Jahre stetiges abendliches Lernen. Es war die Zeit des Entdeckens, eine Zeit des Aufbruchs. Gerade jetzt hat sie dieses Gefühl des Entdeckens wieder, weil sie wieder in die Welt des Wissens eintaucht.

Aber viele Jahre liegen zwischen der Abendschule und dem heute. Doch hat sie die Zeit wirklich verloren? Nein – nicht. Sie hat viel über Zwischenmenschlichkeit und Zusammenleben gelernt und viel darüber, wie es nicht funktionieren kann. Da ist es kein Wunder, dass sie so gerne allein ist.

„Der Mensch ist ein soziales Wesen“, hört sie ihre Psychotherapeutin sagen. Doch sie hat das Gefühl, kein soziales Wesen zu sein. Einsamkeit und Stille, ja, danach hat sie ein immens großes Bedürfnis. Einzig das Lesen empfindet sie als sozialen Kontakt, und zwar zu dem Menschen, der ihr sein Geschriebenes entgegen bringt. So will sie es sehen und nicht anders…

 

MOMENT 2.21 – Seelenkram

MOMENT 4.21 – Die Macht der Erinnerung

MOMENTE

MOMENT 2.21 – Seelenkram

Melancholisch blickt sie aus dem Fenster … Schneegestöber … Stille … sie friert … obwohl es warm ist in der Wohnung. Nun ist sie endlich angekommen … nach zwei Jahren Umherirrens … lässt sie sich nieder … in sich selbst … sie verspürt einen ungeahnten Frieden in sich, den sie noch niemals gekannt hat … und trotzdem ist es unheimlich laut in ihrem Kopf … der Körper und die Seele haben schon eingeparkt … aber der Kopf fährt noch … hart war das, was sie erlebt und erfahren hat und so weich ist das was jetzt vor ihr und neben ihr liegt … sie fühlte wie ein Schmetterling mit schweren Bergschuhen … und nun, als ob sie nur mehr Wattebausche trüge und oft nicht mal das … sie verliert sich in diesen sanften, sie umhegenden Gedanken an Geborgenheit … die sie nun in sich fand…

 

Moment 1.21

ALTGRIECHISCH, MOMENTE

MOMENT 1.21

Hallo Ihr Lieben!

Nun sind endlich alle Schachteln ausgeräumt und ich kann wieder meinem täglichen Leben nachgehen. Die Übersiedlung ist nun komplett. Und ich fühle mich sehr wohl in meinem neuen Heim.

Einen lange gehegten Traum lasse ich grade Wirklichkeit werden. Ich lerne ALTGRIECHISCH. Dazu habe ich mich bei einem Wiener Fernlehrinstitut zum Kurs angemeldet und bin auch schon mitten im Lernen. Ich kann mein Lerntempo selbst bestimmen und das ist gut so. Das griechische Alphabet habe ich schon im Kopf und das Lesen an sich geht auch schon ganz gut. Mal sehen, wie ich vorwärts komme.

Auch habe ich mein Blog etwas modifiziert und ergänzt (die Überschrift). Als Teil von meinem achtsamen Leben halte ich es für wichtig, lebenslang zu lernen bzw den Wissensdurst nie versiegen zu lassen und die Augen offen zu halten für Neues. Ich habe vor, hier, neben meinem Kreativsein, auch meinen Lernfortschritt in kleinen Portionen zu protokollieren. Lernstoff ist immer das, was mich im Moment interessiert oder woran ich im Moment arbeite.

Ich wünsche Euch nun allen eine geruhsame und erholsame Nacht!
Alles Liebe von Eurer
Maria

 

MOMENTE

MOMENT 13.20 – Orgelmusik

Endlich komme ich wieder zu mir. Das ist nicht leicht, zu viel beschäftigt mich im Moment wieder. Auch die Leere des Niemandslandes beschleicht mich schon wieder seit ein paar Tagen.

Trost finde ich zur Zeit im Orgelmusik hören. Die Orgel – die Königin der Instrumente – hat es mir schon lange angetan. Faszinierend finde ich, dass dieses Instrument mit dem ganzen Körper gespielt wird. Die Hände sind an den Manualen, die Füße am Pedal.

Ich habe mich heute am Musikum für den Herbst 2021 zum Orgelspiel angemeldet. Ja, da ist noch lange hin, aber ich habe noch viel zu erledigen bis dahin – der Umzug zum Beispiel Ende Jänner. Und dann muss ich mich noch um ein geeignetes Übungsinstrument umsehen.

Hier einige Kostproben, die mich sehr beeindrucken:

und

und

und

bei Zeit 14.50

Émile Waldteufel (1837-1915) arr. Scott The Skaters’ Waltz (Les Patineurs Valse) Op.183

Einfach toll!


Ich wünsche euch noch eine geruhsame Nacht!
Alles Liebe von Eurer
Maria

 

MOMENTE

MOMENT 12.20 – Umbruch

Nun bin ich sehr positiv überrascht. Gerade hatte ich um eine onkologische Rehabilitation angesucht, da war die Genehmigung auch schon im Haus und sogleich der Termin auch. Am 3. November geht es los.

Das wird eine große Herausforderung werden, verbringe ich doch die meiste Zeit in meinem Heim und bin selten draußen. Aus den Reha-Unterlagen entnehme ich, dass die Therapie hauptsächlich auf Bewegung aufgebaut ist. Das ist genau das, was ich selber nicht schaffte in der letzten Zeit, in Bewegung kommen. Insofern ist das genau das Richtige für mich.

Einige Vorbereitungen habe ich schon getroffen, da musste ein neuer Bademantel her und auch Indoor-Sneakers mit weißen Sohlen. Da Schwimmen am Programm steht, brauchte ich auch eine Badehaube. … Alles schon im Haus.

Es werden Therapien angeboten wie Physiotherapie, Massagen, Lymphdrainagen, Sportwissenschaftliche Betreuung, Ergotherapie, Diätologie, Psychoonkologie, Entspannungstechniken und vieles mehr.

Auch bekommt man einen Schrittzähler für die Dauer des Aufenthaltes. Auweia! Da gibt’s dann keine Ausflüchte mehr…

Nun habe ich gestern mit dem Intervallfasten (16/8) begonnen. Habe dazu das Buch „Intervallfasten – für ein langes Leben – vegan, schlank und gesund“ von Dr. med. Petra Bracht gelesen. Sie beschreibt umfassend Theorie und Praxis dieser Art des Fastens. Ihre Argumente sind durchdacht, erprobt und logisch aufgebaut.

Seit gestern 17.00 Uhr habe ich nichts mehr gegessen. Und heute, es ist jetzt 8.30 Uhr, darf ich in einer halben Stunde das „Fasten brechen“. Also, um 9.00 Uhr gibt’s Frühstück.

Und dann werde ich am 1. Februar 2021 in eine größere Wohnung umziehen. Meine jetzige ist nur eine Miniwohnung.

Ich habe die neue Wohnung schon besichtigt. Oh, das wird schön werden. Ein überdimensionaler Balkon oder fast schon eine Terrasse ist dabei. Und grade um die Ecke gibt es einen Hofladen, was mir mit meinen veganen Ambitionen sehr entgegen kommt.

Alles das für mehr Lebensqualität!


Ich wünsche euch allen viel Kraft für alle eure Vorhaben und
einen schönen Wochenendbeginn!
Eure
Maria

MOMENTE

MOMENT 11.20 – Licht am Horizont

Hallo Ihr Lieben, da bin ich wieder – hat dieses Mal etwas länger gedauert…

Langsam, langsam verlasse ich das Niemandsland. Zäh hält es mich nach wie vor fest, aber ich habe ihn schon fast abgestreift, den gummiartigen schlammigen Morast des Nichts. Ganz klein sind noch die Dinge, die mich wieder zu interessieren beginnen. Es ist schon viel, dass mich ein Buch wieder in seinen Bann genommen hat.

Wenigstens klappt wieder der Alltag mit seinen kleinen und großen Herausforderungen.

Einen Trost hatte ich in dieser langen finsteren Zeit: Ich kann mich darauf verlassen, dass wieder bessere Tage kommen! Und jetzt sieht es wieder danach aus.


Ich wünsche allen eine gute und vor allem erholsame Nacht!
Alles Liebe von Eurer
Maria

MOMENTE

MOMENT 10.20 – Ehrliche Worte aus dem Niemandsland

Ich fühle fast nichts mehr, seit ich im Niemandsland bin.

Ich weiß nicht mehr, wer ich bin … was mich interessiert … sämtliche Interessen, die ich hatte, sind verflogen. Auch fehlt mir die Geduld, nach etwas Neuem zu suchen. So vieles langweilt mich. Ich lebe gefangen im Nirgendwo.

Es fehlt an einer Aufgabe. Ich stelle mir selbst keine Aufgaben mehr, da ich nie sicher bin, ob ich sie auch schaffe. Die Ideen, die ich noch habe, verlaufen im Sand, da mir die Kraft zur Umsetzung fehlt.

Gefangen in einer Schleife spielt sich jeden Tag dasselbe ab. Aufwachen am Morgen, frühstücken, dann Flucht in den Schlaf bis mittags, ein bisschen Hausarbeit, dann wieder Flucht in den Nachmittagsschlaf … wen wundert es, dass der Schlaf am Abend dann nicht kommen will. Zu viel Schlaf erdrückt die Seele. Aber diese Flucht in den Schlaf hilft, die Tage einigermaßen zu ertragen.

In meinem Niemandsland sind die Uhren stehen geblieben. Es ist so völlig egal, was passiert oder was sich tut, denn es tut sich nichts.

Manchmal nehme ich teil am Leben meiner engsten Vertrauten. Das ist so als ob ich auf ein Karussell springe und einige Zeit mitfahre. Wieder in meinen vier Wänden, fühle ich noch die Geschwindigkeit des sich drehenden Lebens der anderen und bleibe dann selbst wieder stehen.

So kann es nicht bleiben…

Nein, es ist keine Depression, in der ich mich befinde, es ist anders diesmal. Es ist das Durchwandern des Niemandslandes. Leere und Stille um mich herum.

Was kommt danach?

Neuland…

MOMENTE

MOMENT 9.20 – Absturz abgewendet

Hallo Ihr Lieben!

Heute gibt es mal kein Bild von mir. Das liegt daran, dass ich meine gesamte Wohnung umgestellt habe. Meine Schwester und ich haben das gemeinsam geplant und heute umgesetzt. Ein ganz neues Wohnungsfeeling habe ich jetzt. Bin sehr glücklich darüber.

Mein Zeichenfieber hat sich etwas gelegt, denke ich. Das heißt, ich werde versuchen nächtens wirklich zu schlafen. Das ging die letzte Woche nicht mehr, da unvermittelt eine Hypomanie sich einstellte. Normalerweise schaukelt sich das dann hoch bis zum vorprogrammierten Absturz. Dieses Mal habe ich durch ein Zusatzmedikament (nach Absprache mit meinem Arzt) die letzte Nacht dann doch geschlafen. Und ich glaube diesmal keinen Absturz in die Depression zu haben. Hoffentlich!

Heute habe ich auch mit der Post meine bestellten Tombow Brush Pens bekommen. Morgen werde ich sie dann ausprobieren, vielleicht gibt es dann wieder etwas zu zeigen.

Nun wünsche ich noch eine geruhsame Nacht.
Ich werde nun in mein „neues“ Schlafzimmer verschwinden. 😉

Alles Liebe von Eurer
Maria


MOMENT 8.20 – Über das Nichts


 

 

MOMENTE

MOMENT 8.20 – Über das Nichts

Es sitzt da und starrt mich an, das Nichts. Egal, wo ich hinblicke, starrt es mich an, sagt kein Wort. Es begegnet mir schon täglich. Es heftet sich fast magnetisch an mein Ich, das Nichts. Ich schaue in mein Inneres und da ist wieder das Nichts. Egal wohin ich mich wende, da ist Nichts. So, wie sich Tag an Tag reiht, reiht sich Nichts an Nichts.

Ich raffe mich auf und öffne meinen Laptop um zu schreiben und da ist ein virtuelles, weißes Blatt Papier mit Nichts drauf.

Schnell setzte ich einen Buchstaben auf das Papier, und weg ist es, das Nichts.

Vielleicht sollte ich auch den anderen Nichtsen etwas entgegensetzen? …

 


MOMENT 7.20 – Licht am Horizont

MOMENT 9.20 – Absturz abgewendet